15.10.2025
Cyber-Risikomanagement: 5 Schritte, die jetzt den Unterschied machen
Cyber-Sicherheit ist längst keine Kür mehr, sondern Pflicht. Steigende Bedrohungen und wachsende Regulierung – von NIS2 über DORA und DSGVO bis zum Cyber Resilience Act und dem AI Act – setzen Unternehmen unter Zugzwang. Wer Risiken systematisch behandelt, trifft bessere Entscheidungen und schützt das Geschäft nachhaltig.
Dr. Jan Scharfenberg
Partner & Geschäftsführer
Warum Cyber-Risikomanagement jetzt Priorität hat
Ein wirksames Risikomanagement macht Risiken sichtbar, schafft fundierte Entscheidungsgrundlagen und klärt Verantwortlichkeiten. Governance basiert nicht auf Bauchgefühl, sondern auf klaren Zuständigkeiten und nachvollziehbaren Prozessen.
Was ein gutes Cyber-Risikomanagement auszeichnet
- Risiken sichtbar machen: Nur wer Risiken kennt, kann sie steuern.
- Bessere Entscheidungen treffen: Risikobewusste Unternehmensentscheidungen setzen Transparenz voraus.
- Verantwortung regeln: Zuständigkeiten müssen eindeutig sein – von der Fachabteilung bis zum Management.
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Die fünf Praxistipps im Überblick
1) Risiken systematisch erfassen und bewerten
Analysieren Sie IT- und Datenflüsse, entwickeln Sie realistische „Was-wäre-wenn“-Szenarien und priorisieren Sie Risiken nach Auswirkung und Eintrittswahrscheinlichkeit. So entsteht eine nachvollziehbare Grundlage für Maßnahmen und Budgets.
2) Verantwortung klar regeln
Ordnen Sie Risiken klar zu und etablieren Sie die Rollen:
- Risk Owner in den Fachbereichen (z. B. HR, IT, Legal, Produktion, Einkauf) – sie wissen, wo es wehtun kann.
- Risk Manager als Moderator und Strukturgeber – er macht Risiken greifbar und hält den Prozess zusammen.
Überprüfen Sie regelmäßig die Umsetzung von Maßnahmen und bewerten Sie Risikoentwicklungen fortlaufend.
3) Technische und organisatorische Maßnahmen kombinieren
Technik allein reicht nicht. Erfolgreich ist die Kombination aus:
- Technischen Maßnahmen wie Firewalls und Monitoring.
- Organisatorischen Maßnahmen wie Richtlinien, Schulungen und klaren Prozessen.
4) Realistische Notfallplanung aufsetzen
Bereitschaft schlägt Hoffnung: Etablieren Sie Notfall- und Wiederanlaufpläne, benennen Sie Notfallteams (Security, Legal, IT, Management) und testen Sie Abläufe regelmäßig durch Übungen.
5) Systeme und Prozesse stabil verankern
Verankern Sie Risikomanagement fest in Governance und Compliance. Nutzen Sie Automatisierung und Monitoring, und planen Sie feste Updates und Reviews ein. So bleibt Ihr Risikomanagementsystem lebendig und wirksam.
So arbeiten Profis: Methoden, die den Blick schärfen
- Risk-Bow-Tie: Visualisiert Ursachen/Schwachstellen, das zentrale Risikoszenario und die Auswirkungen – und macht so Ansatzpunkte für präventive und reaktive Maßnahmen sichtbar.

- Bewertungsmatrix (Heatmap): Stellt Eintrittswahrscheinlichkeit und Schaden gegenüber. Sie zeigt auf einen Blick, welche Risiken sofortige Aufmerksamkeit benötigen.

- Beispielhafte Behandlung: Von Phishing über schwache Passwörter bis zu fehlenden Zugriffskontrollen – Maßnahmen wie Passwortrichtlinien, Multi-Faktor-Authentifizierung, Firewalls und regelmäßige Penetrationstests senken das Restrisiko messbar.
Risikomanagement ist Teamarbeit
Wirksames Risikomanagement lebt vom Austausch: Fachbereiche bringen Wissen über Prozesse und Schwachstellen ein; Risk Manager sorgen für Struktur, Moderation und Konsistenz. Dieses Zusammenspiel führt zu tragfähigen Prioritäten, klaren Verantwortlichkeiten und wirksamen Maßnahmen.
Unser Leistungsangebot
Auf Basis der dargestellten Inhalte unterstützen wir Sie zielgerichtet – modular oder als End-to-End-Programm:
- Risikomanagement aufbauen: Konzeption und Umsetzung eines ganzheitlichen Systems (Identifikation, Analyse, Bewertung, Behandlung, Restrisikoanalyse). Durchführung von Risikoworkshops, Onboarding von Risk Ownern und Management-Schulungen. Übernahme der Rolle Risk Manager auf Zeit.
- ISMS/DSMS professionalisieren: Reifegradmessung, Maßnahmenplanung, Umsetzungsbegleitung, Zertifizierungsvorbereitung und -begleitung. ISB/DSB-Rollenunterstützung sowie Schulung & Awareness-Programme.
- Rechtssicherheit stärken: Anwendbarkeitsprüfungen zu NIS2, DORA, Cyber Resilience Act und AI Act. Vertragsmanagement (z. B. NIS2/DORA-Addenda) im Dienstleistermanagement, Analyse von Lieferkettenprozessen und Vertragslandschaften. Local Law Checks inkl. Koordination mit Expert:innen vor Ort. Konzern-/Gruppen-Analysen zur Anwendbarkeit für einzelne Entitäten.
Informationssicherheit, die schützt – und weiterdenkt
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