10.11.2025
Cyber Incident Readiness Audit: Ablauf & Nutzen
Immer mehr Unternehmen fragen sich: Wie gut sind wir wirklich auf einen Cybervorfall vorbereitet? Ein Cyber Incident Readiness Audit liefert eine klare Antwort – mit strukturierten Erkenntnissen, konkreten Maßnahmen und messbaren Verbesserungen.
Dr. Jan Scharfenberg
Partner
Was bedeutet „Cyber Incident Readiness“?
Cyber Incident Readiness beschreibt den organisatorischen und technischen Vorbereitungsgrad, Cyberangriffe zu verhindern, frühzeitig zu erkennen, wirksam zu reagieren und sich schnell zu erholen. Dazu gehören:
- Prozesse & Rollen (z. B. Incident-Response-Plan, klare Verantwortlichkeiten)
- Technik & Betrieb (u. a. Patch-/Backup-Strategien, Härtung, EDR/XDR, Monitoring)
- Menschen & Kultur (Awareness-Programme, Meldewege, Übungen)
- Regelmäßige Tests & Reviews (z. B. Penetrationstests, Tabletop-Übungen)
Cyber Incident Readiness ist kein einmaliges Projekt, sondern ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess mit Reifegradmessung und klaren KPIs – damit der Geschäftsbetrieb selbst im Ernstfall stabil bleibt.
Kostenfreie Expertise im E-Mail-Postfach
Alle wichtigen Neuigkeiten zu Datenschutz, Informationssicherheit, KI und Datenstrategien einmal monatlich bequem im E-Mail-Postfach – natürlich kostenlos.
Warum regelmäßige Audits?
Regelmäßige Audits sind sinnvoll, weil sich Angriffsflächen in Cloud-Umgebungen, durch Remote Work und in Lieferketten rasant verändern und Audits neue Lücken frühzeitig sichtbar machen. Zugleich schaffen sie belastbare Evidenz für Compliance und Governance – etwa im Kontext von ISO/IEC 27001, NIS2/BSIG und internen Policies. Ebenso stärken sie die Business-Kontinuität, denn gute Vorbereitung verkürzt Ausfallzeiten und reduziert technische, rechtliche und reputative Schäden. Schließlich machen Audits Fortschritt messbar: Reifegradbewertungen, Risiko-Heatmaps und eine priorisierte Maßnahmenroadmap schaffen Transparenz und lenken Ressourcen dorthin, wo sie den größten Effekt haben.
So läuft ein Cyber Incident Readiness Audit ab
Der Ablauf hängt natürlich sehr vom jeweiligen Unternehmen und dessen Ausgangssituation ab. Typischerweise durchlaufen wir aber folgende Schritte:
-
Kick-off & Scope
Ziel, Geltungsbereich und Stakeholder festlegen; relevante Standorte, Systeme und Prozesse bestimmen; vorhandene Dokumente anfordern. -
Dokumenten-Review
Sichtung zentraler Unterlagen (z. B. Sicherheitsrichtlinien, Notfallkonzept, Rollen/Verantwortlichkeiten, Risiko- und Änderungsprozesse, Patch-/Vuln-Prozess). -
Stakeholder-Interviews & Prozessaufnahme
Workshops/Interviews mit IT, Security, Fachbereichen, HR und Management, um gelebte Praxis mit der Dokumentation abzugleichen. -
Reifegrad- und Gap-Analyse
Strukturierte Bewertung der Domänen (u. a. Governance, Incident Response, Schwachstellenmanagement, EDR/XDR & Monitoring, Awareness, Hardening, IAM, Patch-Management). Identifikation von Gaps inkl. Evidenzen. -
Risikobewertung & Priorisierung
Konsolidierung in einer Risikomatrix (Wahrscheinlichkeit × Auswirkung) mit klaren Ownern und Due Dates; Abgleich mit Bedrohungslage und Business-Kritikalität. -
Notfallfähigkeit prüfen & üben
Bewertung von IR-Playbooks, Kommunikationswegen (intern/extern), Meldepflichten; optional Durchführung einer Tabletop-Übung mit Lessons Learned. -
Maßnahmenroadmap & Quick Wins
Konkrete Maßnahmen, nach Wirkung/Aufwand priorisiert: Quick Wins (0–30 Tage), Kernmaßnahmen (30–90 Tage), Strategische Initiativen (90+ Tage) – inkl. KPIs, Verantwortlichkeiten und Abhängigkeiten. -
Reporting & Buy-in
Management-Summary (1–2 Seiten), Detaillbericht mit Reifegrad je Domäne (Ampel), Risiko-Heatmap und Empfehlungen. Vorstellung im Steering/Board zur Entscheidung und Budgetierung. -
Umsetzung & Begleitung (optional)
Unterstützung bei der Umsetzung – vom Härtungs-Backlog über Awareness-Programme bis zu Tool-Evaluierungen (z. B. EDR/XDR, SIEM, PAM).
Was erhalten Sie als Ergebnis?
- Klares Lagebild Ihres aktuellen Reifegrads je Handlungsfeld
- Priorisierte Maßnahmenroadmap mit Quick Wins und realistischen Zeitplänen
- Risiko-Heatmap inkl. Verantwortlichkeiten und KPIs zur Nachverfolgung
- Vorlagen & Playbooks (z. B. IR-Checklisten, Kommunikationsleitfäden)
- Management-Summary für Entscheidungsträger
Kostenloser Download: Cyber Incident Readiness Checkliste
Unser praxisbewährtes Checklisten-Template unterstützt Sie dabei, Ihre Cyber Incident Readiness selbst einzuschätzen – mit klaren Fragen pro Handlungsfeld und einer einfachen Bewertungslogik.
Kostenlose Checkliste herunterladen
Sie möchten ein Cyber Incident Readiness Audit durchführen lassen?
Bei ISiCO unterstützen Sie IT-Sicherheitsexpert:innen mit der Erfahrung aus einer Vielzahl von Cyber Incident Readiness Audits – und führen auch bei Ihnen einen solchen Audit durch. Von der strukturierten Bestandsaufnahme über Notfallübungen bis hin zur priorisierten Maßnahmenroadmap.
Informationssicherheit, die schützt – und weiterdenkt
Wir sichern nicht nur Ihre Systeme – wir stärken Ihre Strukturen. Mit durchdachten IT-Sicherheitslösungen, die zu Ihrem Unternehmen passen und sich mitentwickeln.
Weitere Neuigkeiten
08.01.2026
Müssen die neuen LEGO Smart Bricks den Cyber Resilience Act erfüllen?
LEGO sorgt aktuell für viel Aufmerksamkeit: Mit den neuen Smart Bricks verschmelzen klassische Bausteine mit digitaler Technik. Doch was auf den ersten Blick nach Spielspaß aussieht, wirft bei genauerem Hinsehen eine spannende regulatorische Frage auf: Fallen die Smart Bricks in den Anwendungsbereich des Cyber Resilience Act (CRA)?
Weiterlesen … Müssen die neuen LEGO Smart Bricks den Cyber Resilience Act erfüllen?
09.12.2025
Die 10 wichtigsten Fragen zur Datenstrategie
Daten sind (oder sollten) für jedes Unternehmen die wichtigste Grundlage für Geschäftsentscheidungen sein. Egal, ob im Marketing, Finanzen, Produktentwicklung oder HR – handfeste Zahlen und Fakten führen zu besseren Ergebnissen. Dafür müssen die Daten aber auch strukturiert und zugänglich sein. Das geht nur mit einer durchdachten Datenstrategie. Wir haben einmal die 10 wichtigsten Fragen zu diesem Thema für Sie zusammengefasst.
08.12.2025
NIS2-Umsetzungsgesetz ist in Kraft getreten
Am 5. Dezember 2025 wurde das Gesetz zur Umsetzung der NIS-2-Richtlinie im Bundesgesetzblatt verkündet – und trat damit am 6. Dezember 2025 in Kraft. Damit beginnt eine umfassende Modernisierung des deutschen Cybersicherheitsrechts mit spürbar höheren Anforderungen an Unternehmen und öffentliche Einrichtungen.